Horizontales Umschlag-Equipment

Horizontale Umschlagsysteme (HUS) sind insbesondere Lösungen für die steigende Transportnachfrage von nicht-kranbaren Sattelaufliegern auf der Schiene. Die Wirtschaftlichkeit und Kompatibilität der Systeme ist im Einzelfall zu prüfen. Alternativ gibt es für den Umschlag von nicht-kranbare Sattelauflieger vertikale Umschlagsysteme, wie ISU-System und NiKRASA.

HUS lassen sich nach der Art der Bewegung der Ladeeinheit unterteilen. Für den horizontal-längsseitigen Umschlag ist kein spezielles Equipment notwendig, da die Ladeeinheit entweder selbstständig auf das Verkehrsmittel fährt (Lkw) oder mittels einer speziellen Terminalzugmaschine gefahren wird (bei Sattelaufliegern im RoRo-Verfahren). Für den horizontal-parallelen und -diagonalen Umschlag bedarf es wiederum spezielles Umschlagequipment. Der horizontal-diagonale Umschlag stellt eine Spezialform dar, bei welcher teilweise besondere Anforderungen an die Terminalinfrastruktur bestehen. Zusätzlich werden spezielle Waggons benötigt.

Nachfolgend sind ausgewählte HUS dargestellt.

Horizontale Umschlag nach Bewegungsart:
längs parallel diagonal
Rollende Landstraße (RoLa)

Roll-on Roll-off (RoRo)

RailRunner

Mobiler

CargoBeamer

Modalohr

MegaSwingTM DUO

Flexiwaggon

 

 

 

 

 

 

 


Mobiler

                                                                                                                           Quelle: Rail Cargo Group

Hersteller Palfinger und Wolfgang Bermüller Kombi-Transporttechnik, Deutschland
Eignung MOBILER-Wechselbehälter und MOBILER-Container (18, 25, 32 t), ISO-Container (mit Adapter)
Funktionsweise Das spezielle MOBILER-Fahrzeug ist mit einer hydraulischen Hubvorrichtung ausgestattet, über welche die MOBILER-Ladeeinheit zwischen Lkw und Waggon umgeschlagen wird. Das MOBILER-Fahrzeug steht parallel zum zu beladenen Waggon. Die Hebearme des Lkw, sog. MOBILER-Krabbelbalken, „tasten“ den Waggon ab und stützen sich dort auf spezielle Stützvorrichtungen (Stützbleche für Waggons) ab. Die MOBILER-Ladeeinheit wird um 145 mm angehoben und über die MOBILER-Krabbelbalken auf den Waggon geschoben. Das MOBILER-System ist insbesondere für Industriezentren ohne direkten Gleisanschluss konzipiert, als dezentrale Alternative zu KV-Terminals.
Parallelumschlag nein, Parallelumschlag nur bei mehreren MOBILER-Fahrzeugen möglich
Vollautomatisiert ja
Spezielle Terminal-infrastruktur nein
Korrespondenzterminal nein
Weitere Informationen https://www.railcargo.com/de/leistungen/wagenladungen/mobiler

CargoBeamer

                                                                                             Quelle: CargoBeamer AG

Hersteller CargoBeamer AG, Deutschland
Eignung Kranbare und nicht-kranbare Sattelauflieger, Megatrailer, Tank-, Silo- und Kühlauflieger
Funktionsweise In einem sog. CargoBeamer-Terminal wird die Ladeeinheit per Lkw angeliefert. Der Lkw oder eine Terminalzugmaschine fährt mit dem Sattelauflieger in den bereitstehenden CargoBeamer-Waggonaufsatz, sattelt ab und fährt raus. Die wannenförmigen Waggonaufsätze werden durch ein spezielles Fördersystem auf den Waggon, sog. CargoBeamer Jet, geschoben. Die Be- und Entladung der Waggonaufsätze kann zeitgleich erfolgen. Nachdem sich die Seitenwände des Waggons geschlossen haben, wird der Waggonaufsatz inkl. Sattelauflieger abgesenkt und mittels Königszapfen gesichert. Die Seitenwände verriegeln automatisch. Die Seitenwandschwenkeinheiten fahren aus dem Lichtraumprofil heraus. Der Zug ist nun abfahrbereit. Die Waggonaufsätze sind kranbar (mittels Kran, Reach Stacker, etc.) und somit in konventionellen KV-Terminals umschlagbar. Es handelt sich bei diesem System um eine modulare Bauweise: 36 Module bzw. Sattelauflieger bilden ein 700 m Gleis.
Parallelumschlag ja
Vollautomatisiert ja
Spezielle Terminal-infrastruktur ja, sog. CargoBeamer Terminals
Korrespondenzterminal nein
Weitere Informationen https://www.cargobeamer.com/

RailRunner

                                                                                             Quelle: RailRunner Europe

Hersteller RailRunner Inc., USA
Eignung Kranbare und nicht-kranbare Sattelauflieger (Verstärkung notwendig - RailRunner Trailer), Containerchassis+ Container (20-24', 30', 40', 45'), Fahrgestelle mit Wechselbehälter (von 7,15 m bis 13,67 m Länge)
Funktionsweise Auf einem ebenerdigen Bahngleis können Sattelauflieger durch Fahrgestelle, sog. Bogies, zu Zügen zusammengestellt werden. Die Bogies enthalten die gesamte Eisenbahntechnik. Der Sattelzug selbst benötigt vorn und hinten eine Kupplung, eine durchlaufende Bremsleitung für die Druckluftbremse des Zuges und gewisse Verstärkungen, aufgrund der während der Bahnfahrt auftretenden Zug- und Schubkräfte. Das bringt 650 kg Zusatzgewicht. Die Bogies können mit Gabelstaplern umgesetzt werden. Mittels einer Terminalzugmaschine wird der Sattelauflieger auf einen Bogie geschoben. Er wird dabei etwas angehoben, so dass die Räder bereits den Bodenkontakt verlieren und der Sattelauflieger auf dem Fahrgestell aufliegt. Wenn der Sattelauflieger vorn und hinten ein Bogie hat, werden automatisch die Bremsen entlüftet, so dass die Räder blockieren. Dann werden die Luftfederungen der Fahrgestelle aufgepumpt, der Trailer wird noch weiter vom Boden abgehoben. Für den Übergang zur Lokomotive gibt es spezielle Fahrgestelle, die paarweise innerhalb des Zuges eingesetzt werden können, so dass der Zug unterwegs auch geteilt werden kann. 48 Sattelauflieger bilden einen 700 m Zug.
Parallelumschlag nein
Vollautomatisiert nein
Spezielle Terminal-infrastruktur nein
Korrespondenzterminal nein
Weitere Informationen https://railrunner.com/

Modalohr

                                                                                                          Quelle: Lohr Industrie S.A.

Hersteller Lohr Industrie S.A., Frankreich
Eignung Kranbare und nicht-kranbare Sattelauflieger (max. 4,04 m Eckhöhe, max. 13,7 m Länge, max. 38 t), Megatrailer, Containerchassi + Container, Sattelzugmaschine
Funktionsweise Beim LOHR Railway System (Modalohr) ist zwischen den Schienen ein Hub-Schwenk-System installiert. Nach Einfahrt des Zugs werden die Wagentaschen durch dieses System entriegelt und mithilfe hydraulisch angetriebener Tragrollen zur Beladung ausgeschwenkt (30°). Der Lkw oder eine Terminalzugmaschine fährt über die Auffahrrampe in die ausgeschwenkte Wanne des Spezialwaggons, stellt den Sattelauflieger ab und verlässt die Wanne in Fahrtrichtung. Anschließend schwenkt der Taschenwagen wieder ein und die Ladeeinheit ist verladen. Anstatt zweier Auffahrrampen kann das Gleis auch tiefergelegt sein, also eben zur asphaltierten Fläche des Terminals. Derzeit gibt es bereits die dritte Generation des LOHR UIC Waggons.
Parallelumschlag ja
Vollautomatisiert nein
Spezielle Terminal-infrastruktur ja
Korrespondenzterminal ja
Weitere Informationen http://lohr.fr/de/lohr-railway-system/

MegaSwingTM DUO

                                                                                                          Quelle: Kockums Industrier AB

Hersteller Kockums Industrier AB, Schweden
Eignung Kranbare und nicht-kranbare Sattelauflieger
Funktionsweise Das Megaswing-System ist ein spezieller Taschenwagen mit schwenkbaren Aufnahmewannen für Sattelauflieger. Hydraulikstützen dienen als Stabilisierung, wenn die Wanne nach links oder rechts ausschwenkt. Die Beladung der Wanne mit einem Sattelauflieger erfolgt rückwärts. Nach Absatteln des Sattelaufliegers wird die Wanne angehoben und schwenkt wieder ein. Der Sattelauflieger wird leicht abgesenkt und mit dem Waggon fest verbunden; er ist nun auf dem Waggon sicher verstaut. Die Technik ist im Waggon verbaut.
Parallelumschlag ja
Vollautomatisiert nein
Spezielle Terminal-infrastruktur nein
Korrespondenzterminal nein
Weitere Informationen http://www.kockumsindustrier.se/en-us/start/

Flexiwaggon

                                                                                                          Quelle: Flexiwaggon AB

Hersteller Flexiwaggon AB, Schweden
Eignung Lkw (von 9 m bis 18,75 m Länge, max. 80 t)
Funktionsweise Der beidseitig schwenkbare Waggon wird über Hydraulik bedient. Das Aufladen des kompletten Lkw erfolgt vollautomatisiert per Knopfdruck. Da beide Stirnseiten des Waggons geöffnet werden können, kann der Lkw vorwärts auffahren. Die Technik ist im Waggon verbaut.
Parallelumschlag ja
Vollautomatisiert ja
Spezielle Terminal-infrastruktur nein
Korrespondenzterminal nein
Weitere Informationen http://www.flexiwaggon.se/