Transportsystem KV

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Was ist Kombinierter Verkehr (KV)?

 

Der Begriff Kombinierter Verkehr (KV) umfasst mehrgliedrige Transportketten, bei denen ein Wechsel der Ladeeinheiten zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern Straße, Schiene, Binnenwasserstraße oder See stattfindet.

Der Kombinierte Verkehr ist definiert als „Intermodaler Verkehr, bei dem der überwiegende Teil der in Europa zurückgelegten Strecke mit der Eisenbahn, dem Binnen- oder Seeschiff bewältigt und der Vor- und Nachlauf auf der Straße so kurz wie möglich gehalten wird.“1

Merkmale des KV

  • Intermodale Transportkette
  • Standardisierte Ladeeinheit (Container, Wechselbrücke, Sattelauflieger, kompletter Lkw)
  • Wechsel der Sendung zwischen verschiedenen Verkehrsträgern (Straße, Schiene, Binnenwasserstraße oder See)
  • Systematische Erleichterung des Wechsels zwischen den Verkehrsträgern

Elemente des KV

  • Bündelung von Volumina im Hauptlauf per Massentransportmittel (Bahn, Binnen- oder Seeschiff) über längere Distanzen
  • Vor- und Nachlauf per Lkw über kurze Distanzen
  • Standardisierte Ladeeinheit bleibt unverändert
  • Umschlagterminals als Schnittstellen zwischen Straße und Schiene / Wasserstraße

 

Transportabschnitte im KV

 

Kombinierte Transportketten setzen sich üblicherweise aus einem Vor-, Haupt- und Nachlauf zusammen. Charakteristisch bildet der Hauptlauf den längsten Transportabschnitt, welcher mit Eisenbahn oder Binnenschiff zurückgelegt wird. Der Vor- und Nachlauf im Kombinierten Verkehr wird mit dem Lkw durchgeführt und ist laut StVO 2013 § 30 entsprechend der Entfernung zum/ vom nächstgelegenen geeigneten Terminal und nach der Modalität des Terminals definiert:

  • von/ zu Schiene-Straße-Terminal: max. 200 km Entfernung
  • von/ zu Wasserstraße-Straße-Terminal: Umkreis von max. 150 km Entfernung (Luftlinie)

Eine oder mehrere standardisierte Ladeeinheiten werden an der Quelle (Verlader) mit Transportgütern beladen. Anschließend erfolgt der Transport der Ladeeinheit durch einen Spediteur oder Frachtführer mit dem Lkw zu einem Umschlagplatz / -bahnhof (Quellterminal). Der Vorlauf ist am Terminal abgeschlossen.

Im Quellterminal findet der Umschlag aller angelieferten Ladeeinheiten statt. Im Rahmen eines Transportauftrags werden die jeweiligen Ladeeinheiten auf einen Hauptlaufverkehrsträger bzw. ein Massentransportmittel, Bahn oder Binnenschiff, verladen. Danach wird mit dem entsprechenden Verkehrsträger der Hauptlauf, also die längste Transportstrecke, bis zu einem Zielterminal durchgeführt. Im Zielterminal findet abermals ein Umschlag der Ladeeinheiten statt.

Die Ladeeinheiten werden anschließend mit dem Lkw im Nachlauf regional bis zur Zieldestination (Empfänger) transportiert. Dort findet die Entladung der standardisierten Ladeeinheit statt. Die Güter verbleiben von der Quelle bis zum Ziel in derselben Ladeeinheit.


 

Vorteile von KV

 

Der Kombinierte Verkehr unterliegt einigen Vorurteilen hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit. Eine Faustregel besagt, dass sich der KV nur ab Distanzen von 500 km rechnen würde und zusätzlich nur für wenige Güter und Waren geeignet ist. Insbesondere hochwertige und empfindliche Güter wären für den KV ungeeignet, so die gängigen Thesen. Unbestritten liegen die Vorteile des Kombinierten Verkehrs im Bereich des Fernverkehrs. Jedoch kann sich der KV auch bereits bei geringeren Distanzen lohnen. Kostenvorteile sind damit stets im Einzelfall zu prüfen. Relevante Faktoren für die Erstellung eines geeigneten Transportangebots bilden die zu transportierenden Mengen, Distanz, Anbindung und Häufigkeit des Transports. Zusätzlich gilt es „weiche“ Kriterien, wie Qualität, Umwelt und Sicherheit, zu berücksichtigen und die Unternehmen entsprechend zu informieren. Daraus kann sich eine Verbesserung des Image von Unternehmen, z.B. durch den Slogan „Wir fahren umweltbewusst“, ergeben. Ebenfalls kann das Wissen über Qualität und Sicherheit der einzelnen Transportsysteme bereits ein Umdenken bzw. eine andere Transportentscheidung hervorrufen.

Generell bietet der Kombinierte Verkehr zahlreiche Vorteile aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht.                                                                               


 

Einordnung von Transportketten

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1 UN/ECE (2001), Terminologie des KV, Mitteilung der europäischen Kommission COM(97)243
2 vgl. Posset et al. (2014), Intermodaler Verkehr Europa